Strategie
Der SEFE-Konzern hat im Geschäftsjahr 2025 seine konzernweite Strategie weiterentwickelt und konsequent an den veränderten europäischen und globalen Energiemärkten ausgerichtet. Ziel bleibt, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, die Dekarbonisierung der Wirtschaft und Kunden zu unterstützen und gleichzeitig nachhaltige Wertschöpfung für Eigentümer zu erzielen.
Das operative Fundament bildet das integrierte Geschäftsmodell: Beschaffung, Handel und Vertrieb sind eng verzahnt; regulierte und teilregulierte Infrastruktur schafft planbare stetige Cashflows und substanzielle Kreditqualität, während das Handels- und Vertriebsgeschäft Chancen aus Liquidität, Optionalität und Datenintelligenz hebt. Eine digitale Handelsplattform, ein daten- und prozessorientierter Betrieb sowie ein einheitliches, zentral geführtes Steuerungs- und Risikomanagement sichern Skalierbarkeit und robuste Ergebnisprofile.
Vision
Die Vision des SEFE-Konzerns ist es, ein global agierendes, in Europa verankertes Energieunternehmen zu sein, das seinen Kunden sichere Energieversorgung und -lösungen anbietet und die Transformation zu einer dekarbonisierten Wirtschaft beschleunigt. Der Konzern bleibt dabei seinem ursprünglichen Auftrag treu und sichert über sein weltweites Netzwerk und im geltenden regulatorischen Rahmen bezahlbare Energie für Europa. Das Kerngeschäft mit Erdgas und LNG spielt für die kommenden Jahre eine Schlüsselrolle in der Sicherung der Energieversorgung. Gleichzeitig investiert der SEFE-Konzern unter Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse in die Entwicklung von dekarbonisierten Energielösungen.
Privatisierung
Ein zentrales Thema von SEFE ist die Vorbereitung des Unternehmens auf die von der Europäischen Kommission vorgegebene Verpflichtung des Bundes, seinen Anteil am SEFE-Konzern bis Ende 2028 auf maximal 25 % plus einem Anteil zu verringern. Hinsichtlich des Ablaufs der Privatisierung befindet sich der Konzern im Austausch mit seinem Gesellschafter. Ein konzerninternes Projekt befasst sich mit entsprechender Vorbereitung und Umsetzung.
Rahmenbedingungen
Die Strategie des SEFE-Konzerns basiert auf nachfolgend beschriebenen Annahmen zu Energiemärkten, der Weltwirtschaft und deren Dekarbonisierung.
Mit dem Wachstum der Weltwirtschaft und dem Ausbau neuer energieintensiver Technologien wächst auch die Energienachfrage. Während international Sicherheit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung stärker in den Vordergrund rücken, stößt der Hochlauf der Dekarbonisierung auf Kostenhemmnisse. Auch verlangsamen komplexe regulatorische Rahmenbedingungen den Hochlauf von und Investitionen in dekarbonisierte Technologien. Die Dekarbonisierung bleibt weiterhin erklärtes Ziel, allerdings wird das Trilemma zwischen Dekarbonisierung, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Energie zulasten der Ersteren neu bewertet.
Eine wichtige Rolle dabei wird die Geschwindigkeit der Elektrifizierung der Wirtschaft und industrieller Prozesse einnehmen, wodurch der Stromanteil am Energieverbrauch entsprechend steigen wird.
Erdgas als relevante Brückentechnologie
Der SEFE-Konzern ist davon überzeugt, dass Erdgas und LNG auch in einer zunehmend dekarbonisierten Wirtschaft weiterhin eine Schlüsselrolle in der weltweiten Energieversorgung spielen werden. Als Brückentechnologie bietet es – vor allem in Europa – die erforderliche Flexibilität, um die Energiewende voranzutreiben, während der Anteil intermittierender erneuerbarer Erzeugung kontinuierlich ansteigt. Erdgas als effizienter Energieträger ist gegenwärtig unabdingbar zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit in Europa. Dementsprechend plant der SEFE-Konzern, sein Handels- und Vertriebsgeschäft von Erdgas nachfrageorientiert, auch über neue Partnerschaften im LNG-Bereich, international weiterzuentwickeln.
Der Konzern beschäftigt sich darüber hinaus auch weiterhin mit der Entwicklung von Wasserstofflösungen, Kohlenstoffdioxid (CO₂)-Speicherung und Biogas, die langfristig das Potenzial haben können, fossile Brennstoffe zu ersetzen oder ihre Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu neutralisieren.
Strategische Prioritäten
In seiner aktualisierten Strategie verfolgt der SEFE-Konzern die folgenden drei Prioritäten, die in den Strategien der Geschäftsbereiche konkretisiert werden.
Stärkung und Ausbau des Kerngeschäfts: Der SEFE-Konzern will seine Position im europäischen und internationalen Erdgas- und LNG-Markt festigen und konsequent ausbauen. Im Fokus stehen die geografische Diversifizierung der Bezugsquellen, die Erweiterung des LNG-Portfolios sowie der Ausbau von Transportkapazitäten. Durch die Kombination aus langfristigen Lieferverträgen, globaler Handelsplattform und digitalisierten Prozessen leistet SEFE einen wichtigen Beitrag, um die Versorgung Europas zu sichern. Strategische Partnerschaften sowie die Weiterentwicklung digitaler Handelslösungen stärken die Wettbewerbsfähigkeit und schaffen Resilienz in einem geopolitisch volatilen Umfeld.
Skalierung in Dekarbonisierungslösungen: Der SEFE-Konzern entwickelt sich von einem Energieunternehmen zu einer integrierten Multi-Commodity-Plattform. Neben Erdgas und LNG werden neue Wertschöpfungsfelder sukzessive erschlossen und bestehende ausgebaut – darunter Biogas, Strom, Umweltprodukte und strategisch bedeutende Metalle. Ziel ist es, die sich wandelnden Energiebedarfe der Kunden mit bezahlbaren und möglichst dekarbonisierten Lösungen zu bedienen. Der Konzern nutzt seine digitale Handelsinfrastruktur, um seinen Kunden Flexibilitäts- und Optimierungsdienste anzubieten und sich als verlässlicher Partner für die Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft zu positionieren.
Gezielte Investitionen in hochqualitative Vermögenswerte: Der SEFE-Konzern plant, seine Investitionen auf regulierte und regulierungsnahe Infrastrukturprojekte mit strategischem Mehrwert und stabilen Erträgen zu fokussieren. Dazu zählt vordergründig der Ausbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. Darüber hinaus sind auch die Vorbereitung von CO₂-Transport- und -Speicherlösungen sowie die Entwicklung von Wasserstoffspeichern mögliche Investitionsfelder. Diese Projekte sollen die Energieflüsse von heute sichern und Optionen für die Zukunft schaffen.
Umsetzung der Strategie
Der SEFE-Konzern setzt bei der Umsetzung seiner strategischen Ziele auf zentrale Erfolgsfaktoren. Durch Investitionen in gezielte Weiterbildungsprogramme, Talententwicklung und eine Kultur der Zusammenarbeit wird die Organisation dazu befähigt, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die umfassende Modernisierung der IT-Landschaft gewährleistet Effizienz, Sicherheit und Skalierbarkeit. Digitale Handels- und Optimierungstools schaffen die Grundlage für automatisierte Prozesse und innovative Kundenlösungen.
Ein einheitliches Steuerungsmodell sichert die Integration der Geschäftsbereiche und beschleunigt Entscheidungsprozesse. Die Gewährleistung der finanziellen Stabilität durch ausgewählte Investment-Grade-Rating-Kriterien ist oberste Priorität, um Finanzierungsspielräume für Wachstum und Infrastrukturprojekte zu sichern.
SEFE setzt sich zudem aktiv für einen pragmatischen und investitionsfreundlichen Rechtsrahmen zur Sicherung der Energieversorgung, Harmonisierung von Märkten, Förderung von Wasserstoff- und Carbon Capture & Storage(CCS)-Infrastrukturen sowie zur Reduzierung regulatorischer Komplexität ein.
Umweltzusagen
Das Ziel des SEFE-Konzerns ist die Unterstützung der Einhaltung der Klimaziele der Europäischen Union (EU) und Deutschlands. Bereits jetzt reduziert der Konzern konsequent seine Emissionen und unterstützt seine Kunden bei deren Dekarbonisierung. Die wichtigsten Umweltzusagen und -ziele des Konzerns sind im freiwillig erstellten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Die Geschwindigkeit der Energiewende und damit die Einhaltung der Klimaziele ist jedoch mit erheblichen politisch-regulatorischen, makroökonomischen und technologischen Unsicherheiten behaftet. Angaben zu den ESG-Themenfeldern erfolgen im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung des SEFE-Konzerns.