Sehr geehrte
Damen und Herren,
in einem von Unsicherheiten geprägten Umfeld ist eine sichere und bezahlbare Versorgung für Industrie und Haushalte wichtiger denn je. SEFE unterstützt ihre Kunden und Partner bei den damit verbundenen Herausforderungen, indem sie ihre langfristige Strategie konsequent weiterentwickelt und klar auf Energiesicherheit, Bezahlbarkeit und Dekarbonisierung ausrichtet. Vor diesem Hintergrund war das Geschäftsjahr 2025 für SEFE von Herausforderungen und wichtigen Weichenstellungen geprägt. Der Aufsichtsrat der SEEHG Securing Energy for Europe Holding GmbH (SEEHG) hat die Umsetzung dieser Strategie eng begleitet und überwacht, um eine nachhaltige Unternehmensentwicklung, eine verlässliche Energieversorgung und die Förderung von Innovationen im Bereich Dekarbonisierung sicherzustellen.
Der Aufsichtsrat nahm 2025 seine gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben sowie die Pflichten aus der Geschäftsordnung umfassend und sorgfältig wahr. Er befasste sich intensiv mit der Lage des Unternehmens und erörterte regelmäßig die Auswirkungen der sich verändernden energiepolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die Geschäftsführung wurde vom Aufsichtsrat kontinuierlich beraten und kontrolliert. Dabei überzeugte sich der Aufsichtsrat von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung. In alle Geschäftsvorgänge von besonderer Bedeutung war er unmittelbar eingebunden, unter anderem auf Basis regelmäßiger schriftlicher wie auch mündlicher Berichte der Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat setzte sich im Plenum und in den Ausschüssen aktiv mit den Berichten und Beschlussvorschlägen des Konzerns auseinander. Auch außerhalb der Sitzungen fand ein intensiver, regelmäßiger Austausch zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung statt.
Im Berichtsjahr hielt der Aufsichtsrat insgesamt elf Sitzungen ab, in denen er sich mit der operativen und finanziellen Entwicklung des Unternehmens sowie dessen Transformation im Rahmen der neuen Strategie und den damit zusammenhängenden Projekten befasste. Nach eingehender Prüfung und Beratung entschied der Aufsichtsrat über die Beschlussvorschläge der Geschäftsführung, soweit dies gesetzlich oder satzungsmäßig erforderlich war. Insgesamt hat der Aufsichtsrat 69 Geschäfte geprüft und genehmigt, wobei 13 Beschlüsse außerhalb der Sitzungen im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst wurden.
Zentrale Beratungsthemen
2025 lag ein besonderes Augenmerk des Aufsichtsrats auf der Anpassung der Unternehmensstrategie an das sich wandelnde Marktumfeld. Der Aufsichtsrat informierte sich umfassend über den laufenden Strategieprozess und beriet die Geschäftsführung zu zentralen Entscheidungen. Im Vordergrund standen die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die langfristige Positionierung des Konzerns im europäischen Energiemarkt. Zudem begleitete der Aufsichtsrat die Aufnahme neuer Geschäftsaktivitäten, die auf eine weitere Diversifizierung des Portfolios und die Stärkung der Marktposition abzielen. Die Chancen und Risiken dieser Initiativen wurden bewertet, um ihre Übereinstimmung mit der strategischen Ausrichtung sicherzustellen.
Ein weiterer Schwerpunkt im Berichtsjahr war die geplante Privatisierung des Konzerns. Der Aufsichtsrat verfolgte die Diskussionen zur Ausgestaltung des Privatisierungsprozesses und analysierte mögliche Auswirkungen auf die Unternehmensstruktur.
Im operativen Bereich standen die Preisentwicklungen auf den Energiemärkten sowie die wirtschaftliche Lage des Konzerns im Mittelpunkt. Der Aufsichtsrat erörterte intensiv die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, bewertete Chancen und Risiken und genehmigte die Mittelfristplanung für die Jahre 2026 bis 2030. Weitere Themen waren die geopolitische Lage, die Auswirkungen von Sanktionen sowie die Portfoliostrategie im globalen Beschaffungs- und Handelsgeschäft, insbesondere im Hinblick auf LNG- und Gaslieferverträge, die zur Sicherung der Versorgung abgeschlossen wurden. Hierzu zählten vor allem der Ausbau bestehender und der Aufbau neuer Einkaufsbeziehungen – unter anderem mit Partnern in den USA und Argentinien – sowie die Erschließung zusätzlicher Absatzmärkte, etwa in Indien und der Türkei.
Im Zuge der Integration der WIGA-Gruppe in die SEEHG-Unternehmensstruktur standen für den Aufsichtsrat 2025 auch strategische Infrastrukturprojekte im Fokus. Von entscheidender Bedeutung waren dabei der Beitrag der Projekte zur Versorgungssicherheit, ihre weitere Entwicklung sowie ihre Einbindung in die langfristige Unternehmensstrategie.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Vermarktung der Erdgasspeicherkapazitäten eng begleitet. Diese spielen für die Versorgungssicherheit Deutschlands eine wesentliche Rolle. Im aktuellen Marktumfeld gibt es für die Marktteilnehmer kaum Anreize, Erdgas in die Speicher von SEFE einzuspeichern, weswegen die Gasspeicherfüllstände sehr niedrig waren. Der Aufsichtsrat befasste sich daher eingehend mit diesem Thema wie auch der Entwicklung von Lösungsoptionen.
Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit Fragen der Unternehmensfinanzierung. Im Fokus standen die Sicherstellung einer stabilen Liquiditätslage und die strategische Ausrichtung der Finanzierungsstruktur. Ein weiteres Thema war die Rückzahlung staatlicher Beihilfen im Rahmen der EU-Beihilfeentscheidung.
Zudem hat der Aufsichtsrat den Vertrag des Vorsitzenden der Geschäftsführung Dr. Egbert Laege um fünf Jahre bis 15. Dezember 2030 verlängert. Dr. Laege ist seit 2022 Vorsitzender der Geschäftsführung und hat SEFE sehr erfolgreich zunächst als Treuhänder des Bundes und anschließend als Geschäftsführer durch die Energiekrise, die strategische Neuausrichtung und auf einen nachhaltigen Wachstumskurs geführt.
Corporate Governance
Der Aufsichtsrat hat die Einhaltung und Weiterentwicklung der Grundsätze der Unternehmensführung kontrolliert und dabei die Vorgaben des Public Corporate Governance Kodexes (PCGK) des Bundes berücksichtigt. Er wurde zudem fortlaufend über Entwicklungen von Rechtsstreitigkeiten, die Sicherstellung der Compliance sowie die Auswirkungen von EU-Auflagen und Sanktionen informiert. Darüber hinaus befasste er sich intensiv mit der Besetzung von Führungspositionen und der Personalausstattung und fasste hierzu die erforderlichen Beschlüsse.
Tätigkeit der Ausschüsse
Um seine Aufgaben effizient wahrzunehmen, hat der Aufsichtsrat mehrere Ausschüsse eingesetzt, deren Vorsitzende regelmäßig an das Plenum berichten.
Im Geschäftsjahr 2025 befasste sich der Prüfungs- und Finanzausschuss unter Berücksichtigung der Prüfberichte des Abschlussprüfers insbesondere mit dem handelsrechtlichen Jahresabschluss sowie dem nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss. Er bereitete Empfehlungen für den Aufsichtsrat vor und diskutierte den Konzernlagebericht, den Vorschlag zur Gewinnverwendung sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Darüber hinaus analysierte der Ausschuss die Quartalszahlen, den Forecast und den Geschäftsverlauf des Konzerns. Ein besonderes Augenmerk lag auf der intensiven Erörterung der Mittelfristplanung für die Jahre 2026 bis 2030, um die finanzielle Stabilität und strategische Ausrichtung des Konzerns sicherzustellen.
Im Mittelpunkt der Arbeit des Risikoausschusses standen die Markt-, Kredit-, Liquiditäts- und operationellen Risiken des Konzerns sowie die detaillierte Prüfung der Risiken einzelner LNG- und Gastransaktionen. Zudem befasste sich der Ausschuss mit Risiken, die sich aus dem langfristigen Portfolio von Gasspeicher- und LNG-Verträgen ergeben. Ergänzend behandelte das Gremium die Aktualisierung des konzernweiten Risikoregisters, die strategische Planung zur Sicherstellung von Geschäftskontinuität und Krisenbewältigung, Entwicklungen in der regulatorischen Berichterstattung sowie Maßnahmen zur Kapitaloptimierung.
Der Compliance-Ausschuss hat sich 2025 regelmäßig und intensiv mit allen compliancerelevanten Themen des Konzerns befasst. Schwerpunkte waren die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems, die Überarbeitung und Aktualisierung von Richtlinien, die Identifikation und das Monitoring von Risiken sowie die Einleitung und Kontrolle von Maßnahmen zur Risikominimierung, insbesondere auch im Zusammenhang mit Hinweisgeberfällen und Rechtsstreitigkeiten. Einzelfallabhängig wurde der Ausschuss in Know-Your-Customer-Prozesse eingebunden. Soweit erforderlich, hat er dem Aufsichtsrat entsprechende Beschlussempfehlungen unterbreitet.
Der Fokus des ESG-Ausschusses (ESG = Environmental, Social, Governance) lag auf der Erstellung des ESG-Reportings und der Vorbereitung auf die künftig verpflichtende Berichterstattung im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Besondere Aufmerksamkeit galt dem Transformationsplan, der den strategischen Pfad zur Dekarbonisierung und Transformation des Konzerns definiert. Dabei wurden die zentralen Hebel zur Erreichung der Klimaziele überprüft, die Fortschritte gegenüber den festgelegten ESG-Zielen bewertet und Maßnahmen zur Verbesserung des ESG-Profils und von Ratings diskutiert. Zudem befasste sich der Ausschuss mit Analysen zu Emissionsvergleichen, die als Grundlage für die strategische Weiterentwicklung des LNG-Portfolios dienen.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Der PCGK des Bundes wird in der jeweils geltenden Fassung angewendet. Seit der Verstaatlichung des SEFE-Konzerns im Jahr 2022 wurden wesentliche Empfehlungen zur Leitung und Überwachung implementiert. Die Entsprechenserklärung gemäß PCGK wurde vom Aufsichtsrat in der Sitzung vom 8. April 2025 gemeinsam mit der Geschäftsführung abgegeben und ist öffentlich zugänglich.
Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2025
Der Jahresabschluss der SEEHG zum 31. Dezember 2025, der zusammengefasste Lagebericht sowie der nach IFRS erstellte Konzernabschluss wurden vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Auch der Bezügebericht unterlag der Prüfung.
Der Aufsichtsrat hat gemäß Satzung den Jahres- und Konzernabschluss, den Lagebericht sowie den Vorschlag zur Gewinnverwendung geprüft. Grundlage waren die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie die Vorprüfung durch den Prüfungs- und Finanzausschuss. In der Bilanzprüfungssitzung berichtete PwC über den Prüfungsumfang und -ansatz sowie die wesentlichen Ergebnisse und Sachverhalte. Der Ausschuss erörterte die Unterlagen ausführlich mit dem Abschlussprüfer und der Geschäftsführung.
Auf dieser Basis hat der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss sowie den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025 geprüft und keine Einwendungen erhoben. Er hat einstimmig empfohlen, den Jahres- und Konzernabschluss zu billigen sowie den Vorschlag zur Gewinnverwendung anzunehmen.
Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat und in den Ausschüssen
Im Berichtszeitraum gab es keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat und / oder seinen Ausschüssen. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats verfügt die aktuelle Besetzung über das erforderliche Kompetenzprofil, um die Anforderungen an die Zusammensetzung des Gremiums vollständig zu erfüllen.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern der Geschäftsführung, allen Mitarbeitenden des Konzerns weltweit sowie den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für ihr Engagement und die im Geschäftsjahr 2025 erbrachten Leistungen.
Berlin, 27. Mai 2026
Der Aufsichtsrat
Mit besten Grüßen
Reinhard Gorenflos
Vorsitzender